Sing einfach.

Der Gedanke stört nur.

Halt dir die Ohren zu.

Das bist nicht du.

Es singt, du hörst nur zu.

Es klingt so wie es klingt.

Kein Grund zu denken: gut - schlecht.

Frag die Ohren nach dem Unerhörten. Hörst du?

Sing einfach.

Sing!

 Zeichnung aus dem Klangtagebuch von Corinna

                   Zeichnung aus dem Klangtagebuch von Corinna

 

"Warum nur mussten meine Lehrer an der Hochschule mir diesen Muskelpanzer antrainieren, der schon bald nicht mehr funktionierte? "Stütze, Stütze …!" Was für eine Energieverschwendung - und was für ein unnötiger Kampf um jeden hohen Ton. Heute bin ich dankbar für die Krise, die ich durchlebt habe. Es war heftig. Aber ich habe nicht nur einen neuen, druckfreien Weg der Klangerzeugung, sondern einen neuen Umgang mit mir selbst gelernt durch den Unterricht bei Dir. Ich habe aber auch leicht Lachen, denn ich bin über den Berg und stehe wieder auf der Bühne! Die Stimme ist belastbarer als früher und gleichzeitig flexibler. Und jeden Tag entdecke ich neue klangliche Façetten. Das Leben ist schön!" (Rolf, 49)

"Ich habe doch tatsächlich gemeint, dass ich halt gesagt bekomme, wie ich das machen soll mit dem Singen, und das mache ich dann und gut. Und dann kam es ganz anders. Norbert hat immer nur Fragen gestellt. Was ich im Körper spüre, was ich höre, jetzt gerade, nicht gestern, sondern jetzt. Das hat mich verwirrt und gefrustet -am Anfang. Bis ich gemerkt habe, dass ich was lerne! Dass ich mir vertrauen kann, wenn ich wahrnehme, dass es anders klingt als zuvor. Und, ja, jetzt kann ich entscheiden, ob ich den alten Druck haben will oder die entspannte, klangvolle Variante. Das Tolle daran: es geht immer noch einfacher und leichter und kommt immer noch mehr Klang heraus dabei! Das macht Laune." (Sylvia, 29)

"Mein Kehlkopf macht immer noch Faxen, aber jetzt kann ich es gut finden, wenn ich nicht alles unter Kontrolle habe. Es ist weniger anstrengend - und mehr Abenteuer. Langweilig war gestern!" (Jean-Claude, 41)

Stimmen

"Es war am Anfang ganz schön gewöhnungsbedürftig: sich selber zuhören! Das ist überhaupt nicht so normal, wie man denken könnte. Es ist ungewohnt und oft sehr fremd. Was es bringt? Dass die Stimme darauf reagiert, dass jetzt, nach acht Monaten, nichts mehr kiekst oder knarzt beim Sprechen. Und dass ich wieder Lust bekommen habe im Chor zu singen." (Andreas, 36)

"Wenn ich jetzt singe, bin ich auf eine ganz besondere Weise bei mir. Am Auffälligsten ist das auf der Bühne. Lampenfieber habe ich immer noch, aber anders. Es macht mich nicht schwächer, sondern stärker. Auch, weil ich mir auf der Bühne heute nichts mehr beweisen muss. Ich habe mir bewiesen, dass ich aus dem Druck herausfinde, der mir die Stimme ruiniert hat. Das reicht. Meine Stimme ist heute beweglicher und strahlender als vor zwanzig Jahren. Und es kommt viel mehr 'rüber." (Dorothea, 51)

"Manchmal muß ich weinen. Aber es ist geil! Singen ist keine Maloche mehr, sondern wie verliebt sein. Suchtgefahr!" (Sonja, 28)

"Himmel! Oh, mein Gott, war ich das?! Das war ja laut! .....erschütternd! Das war als hätte wer hinter mir gestanden und gesungen, ein Riesenmensch! Aber die Ohren fanden das toll. Mir ist ganz heiss! .....Und die Knie zittern. Aber beim Singen, das war ganz verrückt, da habe ich überhaupt nicht gespürt, daß ich jetzt singe! .....also, was ich hier erlebe mit meiner Stimme, das..... das kann ich garnicht beschreiben. Es ist gut, jedenfalls." (Gabi, 35)

"Das Ohrgeräusch? ....ja, mein Pfeifkessel (lacht) der ist ganz leise jetzt.....wie weit, weit weg. .....Das ist ja toll, Mensch! Aber so gesungen.....habe ich , glaube ich, noch nie. Na als Kind vielleicht.....Da ist ganz viel Freude in der Brust jetzt. .....Dass so was geht.....Dass ich das bin!?" (Joachim, 30)

"Ich könne eben nicht singen, hat man mir schon als Kind gesagt. Das glaubt man ja irgendwann und verstummt. Aber die Sehnsucht war immer da: Ich will singen! Jetzt singe ich schon ab und an zuhause, nicht nur im Unterricht. Es passiert viel Chaos mit meiner Stimme, aber sie wird lebendiger. Ich werde lebendiger." (Beate, 43)